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Leben unter Vorbehalt
Ein Rückzug ins Exil

mit dem Sendlinger Revolutionsensemble

31. Januar 2026 um 19 Uhr

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Als Christopher Isherwood im Februar 1933 ein letztes Mal durch sein Berlin zieht, steht die Welt Kopf. Hitler an der Macht, die Straßen von braunen Schergen durchzogen, bald wird der Reichstag brennen, bald werden die ersten Konzentrationslager eingerichtet sein und eine freiheitliche Gesellschaft in atemberaubendem Tempo in Trümmer geschlagen. 

Viele sind da bereits ins Exil gegangen, nach Frankreich, in die Schweiz, später in die Vereinigten Staaten, in die vielfach erlebte Ungewissheit. Viele sind in Deutschland geblieben, haben weiter gearbeitet, geschrieben, Filme gemacht. Erich Kästner hat die Verbrennung seiner Bücher mit eigenen Augen angesehen, später Drehbücher für die größten Kinoschlager des Dritten Reiches geschrieben. Ihm wird, wie vielen Daheimgebliebenen, später eine stille Mittäterschaft vorgeworfen werden. Die so Verdächtigten schreiben sich selbst den Zustand der inneren Emigration zu und werfen denen, die ihren Ausweg im Exil gesucht haben, den Rückzug auf die sicheren Logenplätze vor. 

Welchen Weg möchte man gehen im Angesicht der Katastrophe? Wie glaubhaft kann der Rückzug in eine innere Emigration sein? Was ist man bereit aufzugeben, um sich selbst vor dem Schlimmsten zu bewahren?

Mit ihrem Abend aus historischen Texten und Liedern geht das Sendlinger Revolutionsensemble diesen Fragen nach.

Sprecher: Dominik Frank
Gesang: Johanna Weiske
Flöte und Bassklarinette: Andreas Porsch
Gitarre und Mandoline: Thomas Schneider
Gitarre, Bass und Synthesizer: Jakob Greithanner-Weiske
Percussion, Gitarre und Bass: David Roesner

Eintritt ist frei.